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Kontextindikatoren zur Stadtteilanalyse
 
Definitionen - Quellen - Periodizität - Datenlage  

 

 




 
   
Vorbemerkung  
   
Die Liste der Kontextindikatoren wurde vom ,Expertenkreis Evaluation' entwickelt und beschreibt eine Reihe von so genannten Kontext-Indikatoren, also Basisinformationen für die einzelnen Stadtteile. Davon zu unterscheiden sind die Haupt-Indikatoren, die als direkte Wirkungsindikatoren projekt- und maßnahmebezogene Effekte beschreiben und entsprechend auf dieser Ebene erfasst werden müssen.

Die Kontext-Indikatoren beziehen sich auf die Programmgebiete, also auf Teile von Städten. Im Hinblick auf die kleinräumige Datenverfügbarkeit sind im wesentlichen städtische Datenquellen heranzuziehen, da ein Rückgriff auf die „amtliche“ Statistik des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik (LDS) nicht möglich ist.

Kleinräumige Daten liegen dabei in der Regel für statistisch abgegrenzte Bereiche vor (Stadtbezirke, Statistische Bezirke etc.), die sich in ihren Grenzen nur in Ausnahmefällen mit denen der Programmgebiete in Deckung bringen lassen. Angesichts der notwendigen Handhabbarkeit der Datenerhebung erscheint es jedoch bei geringfügiger Abweichung vertretbar, bestmögliche Näherungswerte zu verwenden. Die Daten sollten jedoch möglichst zielgenau sein und Abweichungen entsprechend gekennzeichnet werden. Um die Zuverlässigkeit einschätzen zu können, ist eine Karte mit den unterschiedlichen räumlichen Abgrenzungen (Programmgebiet, statistische Untergliederungen) hilfreich und sollte dem Katalog hinzugefügt werden.

Nicht alle relevanten Entwicklungen sind mittels quantitativer Indikatoren zu beschreiben. Eine qualitative Beschreibung als textliche Ergänzung zu den Kontext-Indikatoren kann daher bei Bedarf zur Erläuterung nützlich sein.

Die Indikatoren sind schließlich für die Programmgebiete und für die Gesamtstadt zu erheben, um einen Vergleich zu ermöglichen. Zusätzlich geeignet ist der Katalog für die Prüfung möglicher neuer Programmgebiete sowie den Vergleich mit anderen Stadtteilen der jeweiligen Kommune.
 
 
Aufbau des Kataloges
 
 
Der Katalog der Kontext-Indikatoren enthält neben der Definition insbesondere Hinweise zu den Datenquellen, zu Erhebungsstichtagen und zur Periodizität der Erfassung. Daneben finden sich zum Teil erläuternde Bemerkungen etwa zur Bedeutung des jeweiligen Indikators oder zu Einschränkungen in der Zuverlässigkeit sowie zur Datenlage. In aller Regel sollten die Daten jährlich erhoben werden, Abweichungen davon können in der Natur der Sache liegen (Flächengrößen) oder in Folge notwendiger Primärerhebungen angezeigt sein. Erhebungsstichtag ist meist das Jahresende (31.12.), bei einigen Merkmalen sind aufgrund jahreszeitlicher Schwankungen (z.B. Arbeitslosigkeit) abweichende Termine vorgesehen. Nur wenn die Termine bzw. Zeiträume eingehalten werden, ist ein Vergleich der Zahlen und damit die Beschreibung von Entwicklungen möglich. Sind bei einzelnen Indikatoren keine aktuellen Daten verfügbar, sollte hier entsprechend der letzte vorliegende Stand angegeben werden.

Datenquellen sind neben der kommunalen Statistik zum Teil auch Institutionen, die in der Programmentwicklung in den Stadtteilen selbst vertreten sind, wie etwa die Polizei oder die Schulverwaltung. Sie sollten die Datenbereitstellung aus ihren Bereichen aktiv unterstützen.

Grundsätzlich ist sicherzustellen, dass die Datenerfassung über den Untersuchungszeitraum nach dem gleichen Muster (Methodik, Stichtag, Bezugsräume) erfolgt, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. Wo methodische Änderungen unumgänglich sind (Registerbereinigungen, geänderte Definitionen), sind diese unbedingt zu kennzeichnen und in ihren vermuteten Effekten zu erläutern.

 
 
 
Praktische Umsetzung

Es wurden Mustervorlagen für die Jahre 2002 - 2004 in Excel-Format entwickelt. Hierbei wurde der Indikatorensatz in einigen Punkten an den KOSTAT - Datensatz und den Datensatz der Innerstädtischen Raumbeobachtung‘ (IRB) des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung angepasst, um eine stärkere Einheitlichkeit der erhobenen Indikatoren herzustellen und die Datenbereitstellung für die teilnehmenden Städte zu vereinfachen.
 
Schlussbemerkung
 
 
Der vorliegende Indikatoren-Katalog und die erweiterte Mustervorlage sind bestimmt von dem Bemühen um weitgehende Praktikabilität. Aber nicht alle Städte werden alle gewünschten Daten liefern können, ein solcher gemeinsamer Nenner wäre wohl zu klein geworden.